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Niederraunau
Modellprojekt im Altort – Neue Baufelder entwickelt, Dorfkern aufgewertet und multifunktionalen Dorfplatz geschaffen

Neu gestaltete Freifläche vor dem Schloss, die gleichzeitig der Pausenhof für die Schule ist.

Niederraunau hat seine Siedlungspolitik auf eine neue, flächensparende Innenentwicklung ausgerichtet. Ein Bebauungsplan mit Grünordnungsplan für das Untersuchungsgebiet „Untere Gasse“ im Altort bietet Entwicklungsmöglichkeiten und Rechtssicherheit für die Grundstückseigentümer. In dem insgesamt sieben Hektar großen Areal entstanden zwölf neue Baufelder und bislang sechs neue Gebäude. Der Umfang der Bauflächen eines bereits rechtskräftigen Bebauungsplanes südlich des Ortes konnte reduziert werden. Ein beeindruckendes Ensemble bilden Schloss, Kirche und Schule am Dorfplatz. Auf dem Gelände eines ehemaligen Gutshofes fand eine Wohngruppe des Dominikus-Ringeisen-Werkes Ursberg für erwachsene Menschen mit Behinderung eine Heimat.

Reger Austausch mit Betroffenen

Niederraunau gehört mit seinen rund 1 300 Einwohnern zur Stadt Krumbach. Leer stehende und untergenutzte Bausubstanz sowie Baulücken kennzeichneten den Altort des Dorfes. Mit der „Unteren Gasse“ wurde im Rahmen der Dorferneuerung ein vom Umbruch besonders stark betroffener Bereich ausgewählt, um dort eine gezielte Entwicklung herbeizuführen.

Dieser innerörtliche Entwicklungsprozess mit einem eigens gegründeten Arbeitskreis gelang, weil die Niederraunauer Bürgerinnen und Bürger frühzeitig eingebunden wurden. So entstand ein reger Austausch mit und unter den Beteiligten. Das Thema sensibilisierte, regte zum Nachdenken an und forderte zum Hinterfragen auf. Für die Grundstückseigentümer wurde deutlich, dass eine innerörtliche Planung kein Reglementierungskatalog ist, sondern neue Chancen für die Gemeinde und für die Bewohner eröffnet.

Dynamischer Entwicklungsprozess

Mit Bestandskarten zur Bausubstanz, zu historischen Strukturen, bestehenden Nutzungen und Leerständen sowie zur Altersstruktur verschafften sich alle Beteiligten einen Überblick über die Situation in der Unteren Gasse. Die Vorschläge des Arbeitskreises mündeten in individuelle Einzelgespräche mit den Grundstückseigentümern. So entstand bei den Betroffenen eine hohe Akzeptanz zur Planung. Die Ergebniskarte diente als Grundlage für einen innerörtlichen Bebauungsplan Niederraunaus. Dieser fasste die Ergebnisse der intensiven Vorarbeit zusammen und brachte sie in eine verbindliche Form der Bauleitplanung.

Platz für schulische Zwecke und dörfliche Aktivitäten

Die Ortsmitte von Niederraunau bildet ein eindrucksvolles Ensemble aus Schloss, Kindergarten, Kirche und Pfarrhof. Auf der Grundlage von Schlossgarten und Schulhof wurde ein Gesamtkonzept für dieses Areal erstellt. Die Planung gewährleistet eine kombinierte Nutzung für schulische Zwecke und dörfliche Aktivitäten wie Dorf- und Maibaumfest. So eignen sich die fest installierten überdachten Pavillons auf der Ostseite des Platzes als Unterstand für die Schulkinder, als Fahrradständer und als „Bewirtungshäuschen“ bei dörflichen Feiern.

Einst Gutshof - jetzt Heimat für Behinderte

Intensiv befasste sich ein Arbeitskreis mit der Folgenutzung für den ehemaligen Gutshof „Henneshof“. Über eine Verwendung der nicht mehr verwertbaren Bausubstanz wurde leidenschaftlich öffentlich diskutiert. Das Dominikus-Ringeisen-Werk Ursberg wurde auf das Areal aufmerksam. Die Sozialeinrichtung erwarb einen Teil des Grundstücks und errichtete 24 Wohnplätze für erwachsene Menschen mit Behinderung. Der Innenbereich des Gutshofes dient als Übungsplatz für die Feuerwehr und als Platz zum Skaten, Rollschuh- oder Fahrradfahren. In einem verbliebenen Stadel ist der Obst- und Gartenbauverein untergebracht.

Projektträger

Dorferneuerung Niederraunau, Stadt Krumbach, Landkreis Günzburg