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Gartenbau
Produktions- und Freizeitgartenbau

In Bayern produzieren 6.500 Gartenbaubetriebe auf einer Nutzfläche von 23.600 ha gärtnerische Kulturen zum Verkauf. Daneben gibt es in allen Sparten eine Vielzahl von Kleinerzeugern, die statistisch nicht erfasst werden, jedoch der Berufsgenossenschaft gemeldet sind.

Gemäß einer Studie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf sind im Gesamtbereich Gartenbau in Bayern rund 84.000 Personen in 33.000 Unternehmen beschäftigt. Der Gesamtumsatz dieser grünen Branche beträgt ca. 10 Mrd. Euro.

Produktionsgartenbau

Der Produktionsgartenbau umfasst die Erzeugung von Gemüse, Obst, Zierpflanzen und Baumschulen. Spezialgebiete sind z. B. die Produktion von Heil- und Gewürzpflanzen oder Pilzen. Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus zählen zum gärtnerischen Dienstleistungsbereich. Ökologisch wirtschaftende Betriebe finden sich in nahezu allen Sparten des Produktionsgartenbaus.

Gemüsebau

Gärtnerin bei Kulturarbeiten an SchlangengurkenZoombild vorhanden

Gemüsebau unter Glas nimmt zu

In Bayern gibt es derzeit 1.530 bayerische Gemüsebaubetriebe. Im Freiland wird auf einer Fläche von ca. 16.600 ha Gemüse angebaut. Nahezu 68 % dieser Anbaufläche entfallen auf die wichtigsten Kulturen Spargel, Speisezwiebeln, Salate, Einlegegurken, Möhren sowie Weißkraut. Unter Glas wird in Bayern Gemüse auf knapp 290 ha kultiviert. Zu den wichtigsten Kulturen zählen Salatgurken, Tomaten und Salate.

In den letzten Jahren konnte sich der Gemüseanbau hinsichtlich der erzeugten und verarbeiteten Mengen beständig steigern. Verantwortlich hierfür sind die guten klimatischen Bedin-gungen, ausreichend vorhandene Saisonarbeitskräfte sowie die wachsende Präferenz der Verbraucher für heimische Lebensmittel.

Gemüsebauschwerpunkte liegen in Niederbayern (Industriegemüsebau), Schwaben (Gundelfingen), Mittelfranken (Knoblauchsland) und Unterfranken (Albertshofen). Hauptabsatzkanal für bayerisches Gemüse ist zum einen die auf den überregionalen Absatz und den Export angewiesene Verarbeitungsindustrie (Sauerkonserven), die den Anbau mit den Erzeugern in der Regel vertraglich regelt. Zum anderen erfolgt der Absatz frischen Gemüses über den Lebensmitteleinzelhandel, der direkt oder über private und erzeugerbasierte Absatzeinrichtungen bedient wird, sowie über den Direktabsatz an den Endverbraucher.

Gemüsebau (Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, LWG) Externer Link

Heil- und Gewürzpflanzen

Acker mit rotem SonnenhutZoombild vorhanden

Echinacea purpurea - Der rote Sonnenhut

Über 200 Betriebe produzieren in Bayern Heil- und Gewürzpflanzen. Auf rund 1.900 ha werden mehr als 60 Arten nach umweltverträglichen Gesichtspunkten und strengen Qualitätsvorschriften kultiviert und überwiegend zu getrockneter Rohware für die Lebensmittel-, Kosmetik- und pharmazeutische Industrie verarbeitet. Von einigen Landwirten werden in kleinen Mengen hochwertige ätherische Öle hergestellt.

Die Kulturen mit den größten Anbauflächen sind Petersilie, Dill, Pfefferminze und Sonnenhut. Schwerpunktgebiete liegen u.a. in den Räumen Erding, Straubing, Eichstätt, Neuburg, Donauwörth, Augsburg, Ansbach, Erlangen, Schweinfurth.

Heil- und Gewürzpflanzen (Landesanstalt für Landwirtschaft, LfL) Externer Link

Obstbau

Äpfel am StammZoombild vorhanden

Reiche Apfelernte

In Bayern werden auf ca. 5.700 ha verschiedene Obstarten kultiviert. Anbauschwerpunkte sind Unterfranken, Schwaben und Oberfranken. Die flächenmäßig bedeutendste Baumobstkultur in Bayern ist mit ca. 1.200 ha Anbaufläche der Apfel. Die Schwerpunktregionen des Apfelanbaus liegen am Bodensee sowie in Ober- und Unterfranken. Das bayerische Baumobst wird durchschnittlich zu annähernd gleichen Teilen als Tafelobst und als Verwertungsobst vermarktet. Die Erdbeeren sind in Bayern das bedeutendste Beerenobst. 2017 wurden auf fast 2.000 ha Erdbeeren geerntet. Die Erdbeere profitiert ganz besonders vom Trend zur Regionalität.

Obstbau (Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, LWG) Externer Link

Zierpflanzenbau

Verschiedenfarbige Pflanzen in TöpfenZoombild vorhanden

Beet- und Balkonpflanzen im Sortenversuch

In Bayern werden von 541 Betrieben auf einer Fläche von knapp 700 ha Zierpflanzen angebaut. Die Gewächshausfläche beträgt 176 ha. Hauptkulturen im bayerischen Zierpflanzenbau sind Beet- und Balkonpflanzen, hier vor allem Calluna (Besenheide), Veilchen, Primeln, Geranien und Stauden. Zierpflanzenbaubetriebe gliedern sich in Produktionsbetriebe und Endverkaufsbetriebe. Produktionsbetriebe vermarkten ihre Pflanzen über Versteigerungen und Großmärkte oder direkt an Wiederverkäufer zum Beispiel an Gartencenter, Blumengeschäfte oder Supermarktketten. Endverkaufsbetriebe vermarkten ihre Pflanzen direkt an Endverbraucher.

Neben der staatlichen Beratung stehen den Zierpflanzenbauunternehmen in Bayern Erzeugerringe für eine umfassende Beratung zur Verfügung. An der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) werden jährlich umfangreiche Testungen neuer Zierpflanzen durchgeführt. Die Ergebnisse dienen den Gärtnern als Entscheidungshilfe bei der Sortimentsplanung.

Zierpflanzenbau (Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, LWG) Externer Link

Baumschulen

Junge Bäume in ReihenZoombild vorhanden

Baumschulquartier zur Aufzucht von Großbäumen

184 Betriebe bewirtschaften eine Baumschulfläche von rund 1.500 ha. Regional konzentrieren sich die Baumschulen auf die Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern, Schwaben und auf einen Baumschulschwerpunkt nördlich von Erlangen. Insgesamt befinden sich die bayerischen Baumschulbetriebe in einer Streulage, fernab der großen Anbaugebiete in Europa.

Da der Garten verstärkt als wertvoller Freizeit- und Erholungsraum wahrgenommen und entsprechend bepflanzt wird, nimmt der Dienstleistungssektor in den Baumschulbetrieben eine immer wichtigere Stellung ein. Viele Betriebe verkaufen qualitativ hochwertige Gartengehölze wie Obst, Rosen oder Hortensien und bieten aber gleichzeitig auch den Service rund um die Pflanze im Garten des Kunden an (Gartenbaumschulen). Die großen Produktionsbetriebe liefern ihre Waren deutschland- bzw. europaweit.

Baumschulen (Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, LWG) Externer Link

Garten- und Landschaftsbau

Drei Personen arbeiten auf einem DachZoombild vorhanden

Anlage einer Dachbegrünung

In Bayern umfasst die Branche ca. 2.370 Betriebe. Das Angebotsspektrum der bayerischen Unternehmen des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus reicht vom Bau und Unterhalt begrünter Außenanlagen, über die Anlage und Pflege privater Gärten bis hin zum weltweiten Bau von Golf- und Sportplätzen.

Die Branche beschäftigt über 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Branchenumsatz beträgt in Bayern 1,1 Mrd. €. Hauptauftraggeber ist der Privatkunde (58 %). 78 % der Aufträge waren Neuanlagen, die Pflege bestehender Anlagen machten etwa 18 % am Umsatz aus. Die positive Entwicklung des Privatgarten-Bereichs bei der Auftragsvergabe setzte sich unvermindert fort.

Der "Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern e.V." (VGL) hat rund 600 Mitgliedsbetriebe. Die Aufnahme in den VGL ist an die Qualifikation des Unternehmers oder leitenden Angestellten gebunden. Ausgeführte Arbeiten werden durch eine Verbandskommission begutachtet.

Garten- und Landschaftsbau (Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, LWG) Externer Link

Weitere Informationen der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Ökologischer Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenbau

Salate in ReihenZoombild vorhanden

Salate im Sortenversuch

Ökologisch wirtschaftende Betriebe finden sich in allen Sparten des Produktionsgartenbaus. Um der wachsenden Bedeutung und der Zukunftsorientierung des ökologischen Landbaus Rechnung zu tragen, bewirtschaftet die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Bamberg einen Gemüsebau-Versuchsbetrieb mit Freiland- und Unterglasproduktion ökologisch, die Umstellung erfolgte 2001.

Der Betrieb wird durch eine Öko-Kontrollstelle nach den Richtlinien der EG-Öko-Verordnung und nach Verbandsrichtlinien kontrolliert. In einem vom Ökobetrieb abgegrenzten Bereich in einer eigenen Gewächshausanlage werden seit 2012 Versuche zum KIP-Unterglasgemüsebau (KIP = Kontrollierte integrierte Produktion) durchgeführt.

Ökologischer Anbau (Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, LWG) Externer Link

Freizeitgartenbau - Bayerische Gartenakademie

Garten mit GewächshausZoombild vorhanden

Schaugartenanlage der LWG

Der Freizeitgartenbau hat in Bayern einen wichtigen ökologischen, sozioökonomischen, psychotherapeutischen und kulturellen Stellenwert. Rund 2 Mio. Gartenbesitzer bewirtschaften eine Fläche von zusammen ca. 135.000 ha. Mehr als 773.000 Privatpersonen sind Mitglied in einem der insgesamt fünf bayerischen Verbände des Freizeitgartenbaus. Die große ökonomische Bedeutung des bayerischen Freizeitgartenbaus belegt eine Studie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Danach wird das Umsatzvolumen dieser Sparte auf 2,5 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt.

Die Bayerische Gartenakademie mit Sitz an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim wurde speziell für die Freizeitgärtner eingerichtet. Hier werden Informationen rund um den Haus- und Kleingarten an die Freizeitgärtner weitergegeben, zum Beispiel über das Seminarprogramm, wöchentliche Gartentipps, Gemüse-Blog und den Garten-Cast.

Bayerische Gartenakademie (LWG) Externer Link

Weitere Informationen der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Datenquellen: Veröffentlichungen des Bayerischen Landesamtes für Statistik und des Statistischen Bundesamtes sowie Erhebungen der gartenbaulichen Verbände.
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