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Energie aus der Region nutzen - Kommunen informieren sich bei Exkursion

Rohrleitungen werden entlang einer Straße verlegt. Auf der anderen Straßenseite ein Haus.

(23. November 2016) Landau - Die Versorgung mit Energie aus nachwachsenden Rohstoffen, möglichst aus der Region, ist oft Thema in Dorferneuerungen oder Integrierten Ländlichen Entwicklungen. Das Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern hat bei einer Exkursion vier Nahwärmenetze, die im Rahmen des Programms „100 Energieautarke Gemeinden“ oder der Dorferneuerung durch die Ländliche Entwicklung gefördert wurden, vorgestellt. In Loiching, Reibersdorf, Ascha und Wiesenfelden informierten sich mehr als 40 Bürgermeister, Gemeinderäte, Planer und Bürger über verschiedene Netzvarianten. Amtsleiter Roland Spiller: „Die dezentrale Wärmeversorgung nimmt einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Wir wollen unsere Partner im ländlichen Raum auf dem Weg zur Energieversorgung aus der Region unterstützen.“

Erste Station war Loiching, welches ein privat errichtetes und betriebenes Nahwärmenetz hat. Verteilt wird die Wärme über ein etwa 2.000 Meter langes Netz an 40 Anschlussnehmer, vorrangig Privatwohnhäuser. Aber auch der Pfarrhof, die Kirche, das Gasthaus, die Gemeindekanzlei und der Kindergarten nutzen die Wärme. Die Vorplanungen der Gemeinde, die letztlich zu diesem Projekt führten, förderte das Amt.

Weiter ging es nach Reibersdorf, dessen genossenschaftlich betriebenes Netz 2015 aus der Not entstanden ist: Die Hochwasserkatastrophe 2014 zeigte klar, dass fossile Heizöllager im Überschwemmungsbereich weitaus mehr Schaden anrichten können als das Hochwasser selbst. Statt Öllager aufwändig hochwassersicher zu machen, lag es für die Reibersdorfer viel näher, gleich nachhaltig zu wirtschaften und eine zentrale Hackschnitzel-Heizanlage zur Wärmeversorgung zu bauen. Dass sie dabei auch gleich die Abwärme der nahegelegenen Biogas-Anlage mitnutzen konnten, machte das Projekt zusätzlich interessant. Das Amt förderte die Maßnahme in der Dorferneuerung mit einem Baukostenzuschuss von 200.000 Euro.
In Ascha stellte Bürgermeister Wolfgang Zirngibl „sein“ Netz vor. Es ist mit etwa 4.500 Meter Trassenlänge das umfangsreichste der vorgestellten Beispiele. Es versorgt alle kommunalen Gebäude, die Kirche, einige Gewerbebetriebe und eine Vielzahl von Haushalten. Insgesamt 108 Anschlussnehmer partizipieren von der zentralen Wärme. Dort erzeugt das Blockheizkraftwerk zudem noch jährlich 1,4 Millionen kWh Strom. Das Netz ist seit 1993 in Betrieb und wurde mehrmals erweitert, umgebaut und modernisiert. Das Amt förderte viele Anschlussnehmer durch Privatförderung in der Dorferneuerung.

Zuletzt ging es nach Wiesenfelden, wo gerade erst der Hackschnitzelkessel installiert wurde. Ein Hackschnitzelkessel mit 400 kW Nennleistung stellt die Wärme zur Verfügung, die dann etwa je zur Hälfte in die kommunalen und die privaten Liegenschaften fließt. Die Heizzentrale ist im neu errichteten Bauhofgebäude untergebracht. 1.350 Schüttraummeter Hackschnitzel aus der Region werden in einer durchschnittlichen Heizperiode hier benötigt werden. Im Rahmen der Dorferneuerung Wiesenfelden förderte das Amt den Bau des Heizhauses mit 200.000 Euro.

„Wir wollen Gemeinden dazu anregen auch über eine Wärmeversorgung durch ein Nahwärmenetz nachzudenken, denn oft ist diese nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch sinnvoll“, so Spiller.