Luftbild der Donauschleife bei Osterhofen im Lkr. Deggendorf mit Ortschaften und Agrarlandschaft.

RSS-Feed Pressemitteilungen des StMELF

Immer aktuell informiert über die Pressemitteilungen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

Aufruf des Presse-RSS-Feeds

Ländliche Entwicklung
Möglichkeiten der Ländlichen Entwicklung in Unterzeitlarn genutzt

Welche Bandbreite die Ländliche Entwicklung bieten kann, zeigt das Verfahren in und um Unterzeitlarn (Gemeinde Schönau). Die Dorfgemeinschaft, die Landwirte und Grundstückseigentümer, der Naturschutz, die Kommune, das Staatliche Bauamt, die Kirche – alle haben von der Ländlichen Entwicklung profitiert. Auslöser für das Verfahren war der beabsichtigte Bau einer neuen Ortsumgehung, für welche der Freistaat Bayern Flächen benötigte. Doch das war erst der Startschuss für mehr….

Mit dem Wegebau ging es los

Nach umfangreichen Planungen begann die Teilnehmergemeinschaft zunächst mit dem Wegebau rund um Unterzeitlarn. Parallel zum Bau der neuen Umgehungstraße durch das Staatliche Bauamt, wurde durch die Teilnehmergemeinschaft das gesamte Wegenetz den Erfordernissen der modernen Landwirtschaft angepasst. Die Landwirte profitieren jetzt von fast 8,5 Kilometer neuen Kieswegen, Spurplattenwegen und Asphaltwegen. Bei zwei Anwesen konnten die Durchfahrtsstraßen aus der Hofanlage herausgelegt werden: Störender oder gefährlicher Durchgangsverkehr gehört hier der Vergangenheit an und die Betriebe sind durch die Straße nicht mehr in ihrer Entwicklung eingeschränkt. Beim Ausbau des Wegenetzes wurde auch auf die schadlose Ableitung des Oberflächenwassers geachtet. Angrenzende Landschaftspflegeflächen in Verbindung mit Rückhaltemulden bremsen nun den Wasserabfluss und vermindern den Sedimenteintrag in den nahen Sulzbach. Im Rahmen der Verlegung der Staatsstraße erneuerte die Teilnehmergemeinschaft auch die kaputte Brücke über den Sulzbach bei Kammerhub.

Auch die Natur profitiert

Die Eingriffe in den Naturhaushalt durch Ortsumgehung, Wegebau der Teilnehmergemeinschaft und Flächenzusammenlegung müssen natürlich entsprechend dem Naturschutzgesetz ausgeglichen werden. Mit Hilfe der Bodenordnung und unbürokratischen Möglichkeiten zum Landerwerb konnte die Teilnehmergemeinschaft die benötigten Flächen bereitstellen. Darüber hinaus war auch die Ausweisung von freiwilligen Leistungen der Teilnehmergemeinschaft möglich, die vor allem der Wasserrückhaltung und Biotopvernetzung zugute kamen. Auf der für den Freistaat Bayern bereitgestellten Fläche wurde der ehemals begradigte Sulzbach auf einer Länge von etwa 450 Meter durch das Staatliche Bauamt renaturiert. Entlang des Baches gibt es jetzt einen fünf bis zehn Meter breiten Uferschutzstreifen im Eigentum der Gemeinde Schönau. Der Wasserrückhalt in der Feldflur konnte durch zahlreiche Maßnahmen ganz im Sinne der Initiative boden:ständig verbessert werden.

Rückbau der ehemaligen Staatsstraße im Dorf….. und noch mehr

Nachdem die Staatstraße aus dem Ort Richtung Norden verlegt wurde, atmeten die Unterzeitlarner erst mal durch. Jetzt begann der Rückbau der ehemals den Ort durchquerenden alten Staatsstraße. Gleichzeitig konnten die Unterzeitlarner ihren Parkplatz beim Kriegerdenkmal umgestalten. Offene Pflasterbeläge reduzieren nun den Abfluss des Oberflächenwassers. Zudem dient der Platz auch als Festplatz für Vereinsfeste und Veranstaltungen. Da im Ort kein Wirtshaus mehr existiert, hat sich die Gemeinde zum Abriss des alten Vereinsheims und Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses entschieden. Es entstand ein Gemeinschaftsprojekt, an dem sich auch die Nachbargemeinde Dietersburg, die Diözese Passau und das Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern mit finanzieller Förderung beteiligt haben und in dem sich die Dorfgemeinschaft mit viel Eigenleistung eingebracht hat. Angeregt durch die Umbauarbeiten im öffentlichen Bereich wollten auch private Hauseigentümer ihre Anwesen verändern. Hier konnte durch die Privatförderung das Amt die privaten Bauherrn durch Beratung und finanzielle Förderung unterstützen. Eines der zentralen Bauprojekte spielte sich um den Friedhof ab. In Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde und der Kirchenverwaltung erweiterte die Teilnehmergemeinschaft den Friedhof, erneuerte die nördliche Friedhofsmauer, integrierte eine Urnenwand und baute einen neuen Parkplatz mit einem behindertengerechten Zugang zu Friedhof und Kirche.

Bodenordnung macht alles erst möglich

Viele dieser Maßnahmen wurden erst durch die Bodenordnung ermöglicht. Hier konnte das Amt für Ländliche Entwicklung zwischen den unterschiedlichen Interessen an Grund und Boden vermitteln. Für die Straßenbaubehörde wurden etwa acht Hektar Grund im Talraum des Sulzbaches über Abtretungserklärungen und Tauschvereinbarungen bereitgestellt. Die Landwirte profitieren vom neu ausgebauten Wegenetz und der Zusammenlegung und Neuordnung ihrer Flächen. Die vollständige Neuabmarkung und Vermessung des 285 ha großen Verfahrensgebietes schafft nun Rechtssicherheit. Für die Wasserrückhaltungen in der Fläche, die Landschaftspflegestreifen aber auch die Hoferschließungen konnte Grund und Boden getauscht werden. In Unterzeitlarn war die Erweiterung und Erschließung des Friedhofes sowie die Ausweisung eines kleinen Neubaugebietes am westlichen Ortsrand erst durch das Bodenmanagement möglich.
Projektträger
Ländliche Entwicklung Unterzeitlarn, Gemeinde Schönau, Landkreis Rottal-Inn