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Presseinformationen Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern
Beispielhaft für Niederbayern: Interessenkonflikt Fisch – Biber am Haselbach gelöst

(26. August 2019) Haus im Wald - Der Haselbach ist wieder ein idealer Lebensraum für zahlreiche Arten geworden. Zu dieser Erkenntnis kamen die Teilnehmer einer Ortsbegehung am 2015 renaturierten Haselbach. Bei der laufenden Flurneuordnung entlang der Ilz gelang es durch Bodenordnung Flächen für die Entwicklung des Haselbaches zur Verfügung zu stellen, denn: einerseits sollte er wieder Fischen, Muscheln, Krebsen und anderen Kleinstlebewesen als Rückzugsraum bzw. Laichgebiet dienen. Andererseits ist der Bach bereits im Oberlauf vom Biber großflächig in Besitz genommen worden. Und das ist beispielhaft für ganz Niederbayern. „Der Haselbach konnte sich dank der Flächenbereitstellung in der Flurneuordnung bestens entwickeln“, freute sich Michael Kreiner vom Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern bei einer Ortsbegehung.

Gemeinsam mit Thomas Vaas von der Höheren Naturschutzbehörde an der Regierung von Niederbayern, Tobias Nienhaus von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Freyung-Grafenau, Maximilian Mayer von der Fachberatung für Fischerei beim Bezirk Niederbayern, Karel Kleyn vom BUND Naturschutz, Sandra Prent vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen, Christian Dirndorfer von der Stadt Grafenau und Herbert Baumgartner von der Teilnehmergemeinschaft Obere Ilz-Nord begutachtete er die Veränderung entlang des Gewässers. Der Biber ist nur im oberen Drittel der insgesamt 2,1 km Renaturierungsstrecke vertreten. Der Aufstau durch die Biberdämme ist zwar zurzeit relativ gering aber es erfolgt trotzdem eine Sedimentierung im Staubereich, was zu einer erheblichen Verminderung von Feinstoffeinträgen im unteren Bereich des Haselbaches führt.

Die Durchgängigkeit ist an den Biberdämmen durch vorübergehende Grabenbildung zumindest zeitweilig gegeben und auch die Erwärmung des Wassers dürfte sich infolge Beschattung durch Bäume in tolerierbaren Grenzen halten. Eine Sichtprüfung hat ergeben, dass der Substrataufbau der Bachsohle sehr zufriedenstellend ist. All diese Umstände tragen erfahrungsgemäß zu einer Verbesserung der Wasserqualität bei. Eine Steigerung der Artenvielfalt im Wasser und an Land ist ebenfalls zu erwarten bzw. ist bereits eingetreten. Besonders Fische, die eine hohe Gewässergüte brauchen, wie z.B. die Bachforelle, können sich nun wieder wohlfühlen und finden nun vor allem im frei fließenden Unterlauf vorzügliche Kieslaichplätze.

Ein weiterer und keinesfalls zu unterschätzender Aspekt der Bachrenaturierung ist die Verzögerung des Oberflächenwasserabflusses, der einen wichtigen Baustein zur Hochwasserentlastung von Ilz und Donau darstellt.

Ein erfreulicher Nebeneffekt der Maßnahmen am Haselbach ist, dass laut Aussage von Dirndorfer seit der Renaturierung keine Unterhaltslasten angefallen sind, da vor allem infolge des massiven Grunderwerbs von Teilnehmergemeinschaft Obere Ilz-Nord und Stadt Grafenau die Angrenzer von Abflussstörungen und Hochwasser im Haselbach nicht mehr betroffen sind. Allerdings zeigte sich im Laufe der Begehung, dass beim Hochwasser im vergangenen März in einem Abschnitt von ca. 300 bis 500 m oberhalb der Mündung der Wegseitengraben und die Querdurchlässe eines Wirtschaftsweges zugeschwemmt worden sind. Hier ist eine Instandsetzung und Entlandung erforderlich, damit der Weg und die angrenzende Uferschutzstreifen beim nächsten Hochwasser weiterhin ihre Funktion erfüllen können.

Zum Abschluss der Begehung waren sich alle Teilnehmer einig, dass der Interessenkonflikt Fische – Biber hier sehr zufriedenstellend gelöst werden konnte. Der Haselbach in seinem derzeitigen Zustand ist ein idealer Lebensraum für zahlreiche Arten. Dieser Zustand soll so erhalten werden.
Mehrere Männer stehen in einem lichten Gehölz, durch den auch ein Bach fließt.

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Eine Bach mit angrenzenden, feuchten Flächen, in denen auch Bäume stehen. Ein Baum ist sichtbar vom Biber angenagt. Im Hintergrund Wiesen und Äcker.

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