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Presseinformationen Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken
Landwirt ermöglicht Gewässer- und Artenschutz durch Freiwilligen Landtausch

(28. April 2017) Selb - Lebensräume für Fische und Wasserinsekten sind rar an einigen Abschnitten der Selb. Die Strömung ist oft zu gering, die Gewässersohle versandet. Das Wasserwirtschaftsamt Hof baute in der Nähe von Unterweißenbach (Stadt Selb) auf etwa 150 Meter Flusslänge Totholz in die Selb ein. Dadurch fließt das Wasser mit mehr Dynamik. Die Selb kann wieder alleine durch die Kraft des fließenden Wassers eigenständige Strukturen formen, die Fische und Wasserinsekten brauchen. Jetzt ermöglicht ein Freiwilliger Landtausch, ein Instrument der Ländlichen Entwicklung, die dauerhafte Sicherung dieser Maßnahme.

In unregelmäßigen Abständen sind Pflegemaßnahmen nötig, damit die Verbesserung des Gewässerzustands auch langfristig wirksam bleibt. Das Wasserwirtschaftsamt (WWA) benötigt dazu einen dauerhaft gesicherten Zugang am Uferbereich. Harald Neupert, Landwirt aus Oberweißenbach, erklärte sich bereit, mit dem WWA zwei benachbarte Flächen an der Selb zu tauschen. Das WWA konnte dadurch Neuperts Grünlandfläche direkt am Fluss übernehmen, der Landwirt seine Waldfläche vergrößern. Mit Hilfe eines Freiwilligen Landtausches, den das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken durchführt, wird der Flächentausch schnell und sehr kostengünstig für die Beteiligten realisiert. Eine Vermessung der neuen Grenzen durch das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Wunsiedel ist in diesem Fall erforderlich, da keine ganzen Flurstücke getauscht werden.

Mit seiner Bereitschaft zum Tausch ermöglicht es Harald Neupert, dass ein Pufferstreifen zum Gewässerschutz entsteht. Und die Maßnahme des Wasserwirtschaftsamtes kann dauerhafte Wirkung entfalten. Die unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten, die durch den Totholzeinbau entstehen, führen im Flussbett wieder zu natürlichen Vertiefungen und freigelegten Kiesbetten. Dies sind wichtige Voraussetzungen für Laichplätze und Aufenthaltsbereiche von Bachforelle, Neunauge, Äsche oder Mühlkoppe. Ein größeres Nahrungsangebot finden diese Fischarten aufgrund der Zunahme von Wasserinsekten. Denn das eingebaute Totholz bietet einen optimalen Lebensraum für über 100 Wasserinsekten wie z.B. Stein- oder Köcherfliegenlarven. Die Insekten finden hier Schutz vor der Strömung und weiden aufwachsende Algen ab. Oder sie gehen wie die Larve der Grünen Keiljungfer, einer seltenen Flusslibellenart, hier aufgrund des guten Futterangebotes auf die Jagd.
Keine Frage: Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten ist entstanden, begünstigt durch das Instrument des Freiwilligen Landtausches.
Im Fluss liegen Äste und Zweige, dahinter liegen freigespülte Kieselsteine im Flussbett

Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken

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