Ein Dorf mit Wiese und Teichen im Vordergrund.

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Presseinformationen Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken
Oberleiterbach – Einweihung von Heizzentrale und Nachwärmenetz

(28. Mai 2018) Zapfendorf – Über die Hälfte der Anwesen des 270 Einwohner zählenden Ortes Oberleiterbach haben sich der zentralen Wärmeversorgung angeschlossen, die im Rahmen der Dorferneuerung entstanden ist. Grund genug, die Einweihung von Heizzentrale und Nahwärmenetz zu feiern. Die Feier stand unter dem Motto „100 Jahre Freistaat Bayern- 100 mal starker ländlicher Raum“.

Schon in den Arbeitskreisen im Rahmen der Vorbereitungsphase zur Dorferneuerung haben die Oberleiterbacher im Jahr 2008 das Thema „Erneuerbare Energien“ aufgegriffen und in der gesamten Ortschaft eine Fragebogenaktion dazu durchgeführt. Nach Anordnung der Dorferneuerung im Juli 2010 konnte dann die Vergabe einer Machbarkeitsstudie mit 55 % Zuschuss über die Teilnehmergemeinschaft Oberleiterbach gefördert werden.

Die positive Beurteilung der Effizienz eines Nahwärmenetzes ermutigte die mittlerweile gegründete Energiegenossenschaft Oberleiterbach eG (EGO) das große Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 1,2 Millionen Euro in Angriff zu nehmen. Neben anderen Fördergebern beteiligte sich auch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken über die Teilnehmergemeinschaft Oberleiterbach mit 100.000 Euro an der Finanzierung dieses Projekts. Als Wärmelieferant fungiert die Biogasanlage des landwirtschaftlichen Betriebes Schmuck. Für die Spitzenlasten im Winter schaltet sich die EGO-eigene Hackschnitzelheizung dazu. Über diese Anlagen wird gewährleistet, dass die Wärmeversorgung aus nachwachsenden Rohstoffen der Region gewonnenen wird.

Erleichtert wurde die Verlegung des Nahwärmenetzes durch die gleichzeitig laufenden Dorferneuerungsmaßnahmen. Da der Straßenbelag mehrerer Ortsstraßen ohnehin im Zuge der Neugestaltung durch die Ländliche Entwicklung erneuert wurde, konnten die Rohre des Nahwärmenetzes dabei relativ kostengünstig unter die Erde gebracht werden. Für die Ende 2013 in Betrieb gegangene Anlage hat die Ortschaft bereits viel Anerkennung erhalten. Oberleiterbach ist seit 2016 das erste und einzige Bioenergiedorf im Landkreis Bamberg und Träger des Bürgerenergiepreises Oberfranken.

Die Dorferneuerungsmaßnahmen selbst, die Neugestaltung mehrerer Dorfstraßen, der Randbereiche, des Platzes am Gemeinschaftshaus, der Brückenneubau über den Leiterbach sowie die innerörtliche Renaturierung des Leiterbachs haben bisher rund 1,65 Millionen Euro gekostet. Der Markt Zapfendorf hat dafür rund 50 % Zuschuss von der Ländlichen Entwicklung erhalten. Ein weiterer Bauabschnitt steht an.

Mit Kostenbeteiligung der Teilnehmergemeinschaft wurden zudem unter anderem ein Spielplatz neu gebaut, die historische Steinmarter und die Figur des Heiligen Nepomuk restauriert sowie ein Trinkbrunnen für die Pilger des Jakobswegs errichtet.

Das ausgeprägte Wir-Gefühl und die hohe Vereinsaktivität in Oberleiterbach drücken sich aber auch in etlichen weiteren Maßnahmen aus, wie z.B. durch rund 800 ehrenamtlich erbrachten Arbeitsstunden der Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins bei der Neugestaltung des Spielplatzes oder durch Übernahme von Patenschaften durch 14 Anlieger zur Pflege der in der Dorferneuerung geschaffenen öffentlichen Grün- bzw. Pflanzflächen.

Und nicht zuletzt nimmt Oberleiterbach auch am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ teil. Das Bundesgolddorf des Jahres 1977 hat hier 2016 auf Kreis- und 2017 auf Bezirksebene bereits eine Goldmedaille geholt. In diesem Jahr steht der Landesentscheid an.

Kein Wunder, dass Oberleiterbach ein Vorzeigedorf ist, wie nicht nur viele Besucher aus der näheren Umgebung beweisen, sondern auch Delegationen unter anderem aus China, Polen, Mozambique und Angola. Zweifellos eine starke Leistung für einen starken ländlichen Raum.
Eine Frau steht im Gespräch mit mehreren Personen in einem Gebäude, in dem ein sehr großer Motor installiert ist.

Markus Drossel, Oberleiterbach

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