Wasser in einem Rückhaltebecken mit etwas Schilfbewuchs am Rand des Beckens

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Schwerpunkte
Hochwasserschutz - Die Ländliche Entwicklung plant mit Fachleuten und Bürgern im Interesse aller Menschen

Wasser ist lebenswichtig. Wasser kann aber auch eine zerstörerische Kraft haben, wie viele Hochwasserereignisse zeigen. Wir beugen Hochwasserschäden vor - durch unsere Möglichkeiten und in Kooperation mit der Wasserwirtschaft.

Hochwasserereignisse nehmen zu

Das Frühjahr und der Sommer 2016 haben viele Starkregenereignisse gebracht, die teils dramatische Schäden verursacht und sogar Menschenleben gefordert haben. Im Juni 2013 mussten Menschen entlang der Donau ein Hochwasser mit schlimmsten Auswirkungen erleben. Schon 1999 und 2002 gab es Hochwasserereignisse mit großen Schäden. Aufgrund des Klimawandels prognostiziert die Wissenschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weitere derartig schwere Hochwasserereignisse.

Ländliche Entwicklung hilft die Schäden abzumildern und schafft Wasserrückhaltemaßnahmen in der Landschaft

Hochwasserereignisse zeigen immer wieder die zerstörerische Kraft von Wasser. Hochwasserwellen nehmen sich Weg und Raum ohne Rücksicht auf Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Die Ländliche Entwicklung kann helfen, Wasser in der Landschaft zurückzuhalten und Schutzmaßnahmen für Dörfer zu errichten.

Um über den erforderlichen Grund und Boden für die Hochwasserrückhaltung oder die Schutzmaßnahme an der richtigen Stelle verfügen zu können, ist ein flexibles Bodenmanagement von großem Vorteil. Dies bietet die Ländliche Entwicklung in Flurneuordnungen und Dorferneuerungen. Dabei können die Wasserrückhaltemaßnahmen mit den Interessen der Grundeigentümer in Einklang gebracht werden. Helfen kann die Ländliche Entwicklung auch, indem sie die Flächen für Hochwasserschutzprojekte der Wasserwirtschaft, z.B. Polder oder Deiche, bereitstellt.
Wir informieren und sensibilisieren
Wir sensibilisieren für den Hochwasserschutz als gesamtgesellschaftliches Anliegen
Wir informieren über die Wasserrückhaltung in der Landschaft, die Vermeidung von Erosionsschäden und die Reaktivierung von Retentionsräumen
Wir planen interessensübergreifend
Wir planen mit Gemeinden, Bürgern, Landnutzern und Fachstellen und bringen so die Interessen in Einklang
Wir nutzen die natürlichen Gegebenheiten zum Wasserrückhalt in der Landschaft und finden dafür die benötigten Flächen im Zuge der Flurneuordnung wertgleich an anderer Stelle ab
Wir gestalten das Wegenetz für hangparallele und somit wasserrückhaltende Bewirtschaftung
Wir schaffen Hochwasserschutzeinrichtungen für Dörfer
Wir entwickeln kleine Fließgewässer naturnah
Wir schaffen durch die Integrierte Ländliche Entwicklung auch weiträumige Hochwasserschutzkonzepte
Wir helfen zu realisieren
Wir unterstützen den Bau der Hochwasserschutzeinrichtungen finanziell
Wir planen die langfristige Funktionsfähigkeit der Hochwasserschutzanlagen
Wir regeln Grunddienstbarkeiten für Grundstücke, die dem Hochwasserschutz gewidmet sind
Wir helfen bei der Flächenbereitstellung für die Hochwasserschutzmaßnahmen der Wasserwirtschaft

Beispiele aus Bayern

Amberg • Kümmersbruck
Gemeindeübergreifender Hochwasserschutz am Krumbach hat seine erste Bewährungsprobe bestanden

Angestautes Wasser an einer Bodenwelle, das durch den mit Gabionen befestigten Durchlass fließt

Das Augusthochwasser 2002 verursachte in Raigering und Kümmersbruck große Schäden. Dies war für die vier benachbarten Kommunen entlang des Krumbachs der Anlass, in einer Integrierten Ländlichen Entwicklung zum Hochwasserschutz und zur Gewässerentwicklung zu kooperieren. Jetzt liegt ein umfassendes gemeindeübergreifendes Konzept für ein 100-jährliches Hochwasser vor. Im Rahmen der Flurneuordnung wurde die Hauptmaßnahme mit vier Bodenwellen zur Rückhaltung von 180 000 m3 Wasser bereits umgesetzt. Bei der ersten Bewährungsprobe durch ein 20-jährliches Hochwasser im Juni 2013 funktionierte alles wie geplant. 

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Mitterndorf
Die Wassermassen lokaler Starkregenereignisse werden umgeleitet und das Dorf bleibt von Schäden verschont

Mitterndorf aus der Vogelperspektive mit eingezeichnetem Verlauf des Umgehungsgerinnes zur Hochwasserfreilegung des Dorfes.

Endlich können sich die Anwohner am Mitterndorfer Bach sicher fühlen. Die Gefährdung durch Hochwasser gehört der Vergangenheit an. Möglich gemacht hat dies die Anlage eines 600 m langen Umgehungsgerinnes, das die Wassermassen bei Starkregenereignissen an der Ortschaft vorbei leitet. Realisiert werden konnte dies Dank des Engagements der Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung Neßlbach und des Marktes Winzer sowie durch die Mitwirkungsbereitschaft der berührten Grundbesitzer, die die Flächen im Rahmen des Bodenmanagements zur Verfügung stellten. 

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Tüschnitz
Durch Hochwasserschutz und Denkmalpflege entsteht eine ganz besondere Dorfmitte

Tropfenförmiger und von Ortsstraßen umgebender Dorfanger aus der Vogelperspektive. Wohnanwesen stehen entlang der unteren und rechten Straße. In der Mitte Grünfläche mit gemeinschaftlichen Einrichtungen und den Umrissen der Niederungsburg.

Die heute so attraktive Dorfmitte mit den Umrissen einer lange in Vergessenheit geratenen Burganlage war früher nur eine oft überflutete Brachfläche. Eine von einem Bauunternehmer geplante Wohnbebauung wurde nach dem überraschenden Fund der Fundamente einer Niederungsburg gestoppt. Nach der Freilegung und den archäologischen Bestimmungen zur Burg sollten die Überreste wieder verfüllt werden. Doch die Bürgerinnen und Bürger sowie der Markt Küps setzten die Dorfmitte mit Hilfe der Dorferneuerung historisch und für das Gemeinschaftsleben in Wert. 

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Dirlewang
Bodenmanagement zum Hochwasserschutz Dirlewangs und für agrarstrukturelle Verbesserungen

Dirlewang bei Hochwasser: Zwei Wohnhäuser umgeben von Wasser. Haus im Vordergrund verhindert mit Sandsäcken Wassereintritt durch die beiden Eingangstüren. Überschwemmt sind auch Wege und Mistlege.

Ein 850 Meter langer Damm staut Hochwasser, ein ingenieurtechnisches Bauwerk reguliert den Durchfluss bei Hochwasser, ein aufgeweitetes und naturnah gestaltetes Bachprofil auf drei Kilometern mit ökologischer Aufwertung und Abflussminderung vor dem Dorf – sie verhindern künftig Millionenschäden an Haus und Hof und vermeiden bei kleineren Starkniederschlägen überschwemmte Grundstücke. Gleichzeitig wurde der landwirtschaftliche Grundbesitz neu geordnet. 

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