Das Dorf Trauchgau in den Lechvorbergen, eingebettet in das voralpine Hügelgebiet .Im Hintergrund das einzigartige noch leicht schneebedeckte Bergmassiv der Alpen.

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Presseinformation Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben
Hochmoorgebiet vor dem Austrocknen bewahrt

(12.Oktober 2016) Bad Hindelang - Das Kematsriedmoos ist ein Hochmoor von bemerkenswerter Bedeutung. Es hat eine Fläche von 20 Hektar und liegt im Landschaftsschutzgebiet des Grünten und Wertachtales. Das Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben unterstützt im Rahmen der Flurneuordnung Unterjoch die Bemühungen zur Pflege und Entwicklung dieses Hochmoores.

Das Krumbacher Amt bot anlässlich der Initiative „Klimawandel in Land- und Forstwirtschaft“ des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eine Führung durch das Moos an. Gleichzeitig fanden dort Pflegemaßnahmen statt. „Örtliche Landwirte werden bei den Pflegemaßnahmen eingebunden“, sagte der Projektleiter Friedrich Rampp des Amtes. An diesem Tag wurden Fichten gefällt, die sich nach Torfabbau und Entwässerung in den vergangenen 150 Jahren breit gemacht hatten. Sie entziehen dem Moor Feuchtigkeit und fördern das Austrocknen. Der Leiter des Sachgebietes Landespflege am Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben, Michael Launhardt, erklärte, dass durch die Pflegemaßnahmen der Bestand von Fauna und Flora nachhaltig gefördert wird.

Dass funktionsfähige Moore ökologische Leistungen erfüllen, erläuterte Julia Wehnert vom Bund Naturschutz. „Torfmoose wachsen unermüdlich nach oben, die unten absterbenden Pflanzenteile werden im wassergesättigten Moor nicht zersetzt und lagern sich ab“, so die Moorexpertin. Das Moor könne so jährlich einen Millimeter wachsen. Seit der vergangenen Eiszeit vor rund zehntausend Jahren konnte in den Allgäuer Mooren eine Torfschicht von zehn Metern Höhe aufwachsen. Unter natürlichen Bedingungen finde in Mooren kein Abbau von organischer Substanz statt, da der Sauerstoffabschluss bei Wassersättigung die Zersetzung hemmt. Organische Substanzen bleiben daher erhalten und auch das Kohlenstoff der Pflanzenmasse bleibt im Torf gespeichert“, so Wehnert. Es verschwinde Kohlendioxid aus der Luft. Deshalb spreche man bei Mooren auch von „Kohlendioxid-Senken“. Durch die Entwässerung von Mooren seit dem 18. Jahrhundert setzte sich allerdings ein gegenläufiger Prozess in Gang: Mit Entwässerung und Trockenlegen von Moorflächen wurde die Zersetzung aktiviert und die Jahrtausende alten Kohlenstofflager werden nun in die Atmosphäre eingespeist. Diesem gilt es nun entgegenzutreten. Erfreut sind die Moorschützer auch über die Entwicklung seltener Tier- und Pflanzenarten im Kematsriedmoos. So fanden der Sonnentau, eine insektenfressende Pflanze oder der Hochmoorgelbling, dessen Raupen nur auf der Rauschbeere leben, hier wieder eine Heimat.

Projektleiter Rampp sprach am Ende von einer gewinnbringenden Partnerschaft für das Kematsriedmoos zwischen der Flurneuordnung Unterjoch, dem Markt Bad Hindelang, dem Bund Naturschutz und der Jugendbildungsstätte Hindelang des Deutschen Alpenvereins e.V., die sich jährlich an den Pflegemaßnahmen beteiligt. Ein abgestimmtes Maßnahmenpaket umfasst Staumaßnahmen zur Wiedervernässung, Entbuschungen, Ausheben von flachen Tümpeln (Feuchtbiotopen) sowie die Errichtung eines Aussichtsturmes und die Sanierung eines Fußweges mit Hackschnitzeln und Holzbohlen zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur. Unabhängig von diesen Maßnahmen führte die Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu des Bund Naturschutz in der Osthälfte des Moores auf ihrem eigenen Grundstück Staumaßnahmen an Entwässerungsgräben durch.
Das Kematsriedmoos ist ein Hochmoor von bemerkenswerter Bedeutung. Es hat eine Fläche von 20 Hektar und liegt im Landschaftsschutzgebiet des Grünten und Wertachtales.

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