Das Dorf Trauchgau in den Lechvorbergen, eingebettet in das voralpine Hügelgebiet .Im Hintergrund das einzigartige noch leicht schneebedeckte Bergmassiv der Alpen.

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Ehrenamt in der Ländlichen Entwicklung
Heimat geprägt und ländlichen Raum gestaltet – Staatsmedaille an sieben Persönlichkeiten für Kompetenz und Sachverstand überreicht

(11. August 2017) Krumbach. „Ein Verfahren der Ländlichen Entwicklung wäre nicht erfolgreich durchführbar ohne den unparteiischen Einsatz, die fachliche Kompetenz und die lokalen Kenntnisse der Vorstandsmitglieder und der Örtlich Beauftragten“, sagte Präsident Johann Huber. Im festlichen Rahmen überreichte der Amtsleiter an sieben Persönlichkeiten die von Staatsminister Helmut Brunner verliehene Staatsmedaille für Verdienste um die Ländliche Entwicklung.

Präsident  Johann Huber  überreichte im Beisein von Landrat Dr. Klaus Metzger, Landtagsabgeordneter Angelika Schorer und Bezirksbäuerin Christian Ade an Franz Dorn,  Hermann Mang, Anton Sprenzel, Karl Höger, Andreas Michl, Leonhard Eisenschmid-Strobel und Otto Rogg die Staatsmedaille.Zoombild vorhanden

Alle Geehrten

Mit Franz Dorn (Bad Grönenbach), Leonhard Eisenschmid-Strobel (Langenneufnach), Karl Höger (Stätzling), Andreas Michl (Wulfertshausen), Hermann Mang (Tronetshofen), Otto Rogg (Mothen) und Anton Sprenzel (Salchenried) wurden Vorstandsmitglieder von Teilnehmergemeinschaften aus ganz Schwaben ausgezeichnet. „Sie engagieren sich seit vielen Jahren in Ihren Heimatorten und prägen damit deren Entwicklung. Sie tun weit mehr als Ihre Pflicht“, betonte der Präsident. Gerade in der Ländlichen Entwicklung haben gesellschaftliches Engagement und Ehrenamt eine ganz besondere Bedeutung und einen hohen Stellenwert. „Der ländliche Raum braucht tatkräftige und ideenreiche Bürger, damit er lebendig und entwicklungsfähig bleibt“, so die Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses des Bayerischen Landtags, Angelika Schorer. Im Beisein der örtlich zuständigen Landräte und Bürgermeister sprach sie den Geehrten Dank und Anerkennung aus.


Franz Dorn aus Bad Grönenbach erhielt aus den Händen von Präsident Johann Huber  im Beisein  von Bad Grönenbachs zweiter Bürgermeisterin Ilse Dorn, erstem Bürgermeister Bernhard Kerler und den Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek und Angelika Schorer die Staatsmedaille für Verdienste um die Ländliche Entwicklung. Zoombild vorhanden

Franz Dorn – Bindeglied zwischen Gemeinde und Teilnehmergemeinschaft

Franz Dorn übernahm von 2003 bis 2016 die Funktion des Wegbaumeisters im Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Bad Grönenbach. „Sie waren damit örtlicher Organisator bei allen Maßnahmen“, betonte Huber. In dieser Zeit war Dorn auch stellvertretender Bürgermeister seiner Heimatgemeinde. Als Bindeglied zwischen politischer Gemeinde und Teilnehmergemeinschaft war er Hauptansprechpartner für alle Belange des Flurneuordnungsverfahrens. In dem Flurneuordnungsverfahren Bad Grönenbach konnten unter anderem 18 km Straßen und Wege, weitgehend auf bestehenden Trassen, gebaut werden. Für Landschaftspflegemaßnahmen wurden rund vier Hektar Fläche zur Vernetzung örtlicher Landschaftselemente erworben.

Andreas Michl und Karl Höger erhielten aus den Händen von Präsident Johann Huber  im Beisein von Bezirksbäuerin Christiane Ade, Landrat Dr. Klaus Metzger, Bürgermeister Roland Eichmann und Landtagsabgeordneter Angelika Schorer die Staatsmedaille für Verdienste um die Ländliche Entwicklung.  Zoombild vorhanden

Karl Höger und Andreas Michl – Viele Gemeinsamkeiten in zwei Verfahren

Im Engagement von Karl Höger und Andreas Michl gibt es viele Parallelen. 2005 wurden die beiden Flurneuordnungsverfahren Stätzling und Wulfertshausen vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben eingeleitet. Auslöser war der Bau der Umgehungsstraße „AIC 25“. In beiden Verfahren konnten die für den Bau der Straße erworbenen Flächen in die Trasse verlegt und zudem kleinteilige Grundstücke zu größeren Flächeneinheiten zusammengeführt werden. Insgesamt wurden elf Kilometer landwirtschaftliche Wege neu angelegt bzw. vorhandene ausgebaut. Landschaftspflegerische Anlagen, wie ein 1,2 Kilometer langes und zehn Meter breites Biotopband, gestalten heute die Landschaft. Darüber hinaus konnten eine öffentliche Hofdurchfahrt verlegt, ein Parkplatz am Friedberger Baggersee angelegt und Flurdenkmäler saniert werden. Karl Höger war im Verfahren Stätzling von 2005 bis 2013 Wegbaumeister und anschließend bis 2016 Örtlich Beauftragter. Andreas Michl war im gesamten Zeitraum Örtlich Beauftragter des Verfahrens Wulfertshausen.

Hermann Mang und Leonhard Eisenschmid-Strobel erhielten  aus den Händen von Präsident Johann Huber  im Beisein der Landtagsabgeordnetem Herbert Woerlein und Angelika Schorer, stellvertretendem Landrat Heinz Liebert , erstem Bürgermeister Peter Ziegelmeier  und Bezirksbäuerin Christiane Ade die Staatsmedaille für Verdienste um die Ländliche Entwicklung. Zoombild vorhanden

Leonhard Eisenschmid-Strobel – Das Verfahren maßgeblich geprägt sowie
Hermann Mang – Ein Glücksfall für Tronetshofen




Leonhard Eisenschmid-Strobel war von 1999 bis 2014 Örtlich Beauftragter im Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Flurneuordnung Langenneufnach. Als erster örtlicher Ansprechpartner prägte er das Verfahren maßgeblich. In Langenneufnach wurden 1,7 Millionen Euro für agrarstrukturverbessernde Maßnahmen investiert. Das Verfahren umfasste eine Fläche von 685 Hektar bei 466 beteiligten Personen. Die klein strukturierten Flächen wurden großzügig zusammengelegt. 17,2 Hektar konnten für die Entwicklung eines lokalen Biotopverbundsystems bereitgestellt werden. Die Grundstücke wurden über ein bedarfsgerechtes Wegenetz erschlossen. Zudem konnte ein Wanderrastpunkt mit Streuobstwiese angelegt werden. Über die „Aktion mehr Grün“ pflanzten Privateigentümer rund 700 Sträucher und 175 Bäume auf ihren Flurstücken. Hermann Mang ist seit Juni 2000 als Örtlich Beauftragter im Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Flurneuordnung Tronetshofen tätig. „Diese Funktion mit ihm besetzen zu können, war für Tronetshofen ein Glücksfall“, sagte Huber. So konnte die durchschnittliche Grundstücksgröße von 0,4 auf ein Hektar erhöht werden. Zahlreiche gepflanzte Sträucher und Bäume bereichern heute das Landschaftsbild. Zudem wurden 4,4 Hektar Schutzflächen neu angelegt. Ein Parkplatz am Feuerwehrhaus wurde gebaut. Mit Bodenordnung wurden die Rahmenbedingungen für den geplanten Hochwasserschutz im Schmuttertal geschaffen. Auf Initiative von Hermann Mang errichtete die Teilnehmergemeinschaft zudem ein Denkmal zur Erinnerung an die Flurneuordnung.

Otto Rogg erhielt aus den Händen von Präsident Johann Huber im Beisein von Bezirksbäuerin Christiane Ade, der Landtagsabgeordneten  Angelika Schorer und Dr. Leopold Herz die Staatsmedaille für Verdienste um die Ländliche Entwicklung. Zoombild vorhanden

Otto Rogg – Auch als Feldgeschworener im Einsatz

Otto Rogg ist seit 2001 Örtlich Beauftragter des 370 Hektar umfassenden Flurneuordnungsverfahrens Heimenkirch. Neun Kilometer gebaute Wege führen dazu, dass landwirtschaftliche Flächen und Hofstellen optimal erschlossen sind. Begleitend hierzu legte die Teilnehmergemeinschaft Biotope mit einer Gesamtfläche von 1,6 Hektar an. In Engenberg und Oberhäuser konnten zwei denkmalgeschützte Kapellen saniert werden. Als wichtige Verbindung wurde die Brücke bei Meckatz–Buhmühle über die Laiblach grundlegend erneuert. „Seine Leidenschaft gehört jedoch der Vermessung, was sich auch in seinem Engagement als Feldgeschworener zeigt“, betonte Huber. Rogg initiierte zudem, dass dem Verfahren „Heimenkirch“ ein weiteres Verfahren „Heimenkirch III“ mit 815 Hektar Fläche folgte.

Anton Sprenzel erhielt aus den Händen von Präsident Johann Huber im Beisein seiner Ehefrau, Baurat Norbert Hecht, zweitem Bürgermeister Richard Schmölz und Landtagsabgeordneter Angelika Schorer die Staatsmedaille für Verdienste um die Ländliche Entwicklung. Zoombild vorhanden

Anton Sprenzel – Überzeugender Akteur für einen Interessensausgleich

Anton Sprenzel war fünfzehn Jahre lang „Örtlich Beauftragter“ im Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Flurneuordnung Stötten III am Auerberg. „Er war ein unermüdlicher und überzeugender Akteur für einen Interessensausgleich“, sagte Huber und beschrieb ihn als integer und bescheiden in der Sache sowie die eigenen Interessen stets hinten anstellend. Das Verfahren Stötten a. Auerberg III umfasste eine Fläche von 700 Hektar. Im Verfahren wurden zirka zehn Kilometer Wirtschaftswege, darunter auch fünf Hofanschlusswege, ausgebaut. Aus insgesamt 1083 Einlageflurstücken wurden 655 Abfindungsflurstücke gebildet. Eine ehemalige Kiesabbaufläche entwickelte sich zu einem Biotop mit trockenen und feuchten Lebensräumen. Fünf ökologisch wertvolle Bereiche mit einer Fläche von 1,85 Hektar wurden dinglich gesichert. 121 Obstbäume, 80 Laubbäume und rund 1500 Sträucher wurden gepflanzt.