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Presseinformationen Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken
Alte Obstsorten als Ausgleichsmaßnahme in der Flurneuordnung

(17. Oktober 2018) Fatschenbrunn –Im Jahr 2015 wurden im Auftrag der Teilnehmergemeinschaft Fatschenbrunn in einer Baumschule 100 Pflanzen unter Verwendung ausgewählter alter Fatschenbrunner Obstsorten veredelt. Die Bäume wurden nun als Ausgleichsmaßnahmen in der Flurneuordnung gepflanzt und im Rahmen der Aktion „Mehr Grün durch ländliche Entwicklung“ den Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Mit der Maßnahme wird ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft und der biologischen Vielfalt geleistet.

Fatschenbrunn mit seinen knapp 300 Einwohnern liegt im Steigerwald und ist bekannt für seine Baumfelder, die im 18. und 19. Jahrhundert weit verbreitet waren. Diese alte Bewirtschaftungsform hat sich in einigen Bereichen der Flur erhalten, was vor allem an der Herstellung von Dörrobst aus Birnen als früher wichtige Einnahmequelle liegt. Die Universitäten in Bamberg und Erlangen beschäftigen sich derzeit in verschiedenen Forschungsprojekten mit der Gemarkung Fatschenbrunn. Die ältesten Bäume dürften rund 180 Jahre alt sein. Ein Großteil ist vergreist.

Im Rahmen des derzeit laufenden Flurneuordnungsverfahrens wird versucht, die alten Obstsorten zu erhalten. Die Teilnehmergemeinschaft hat im Jahr 2014 eine Botanikerin beauftragt, den hiesigen Obstbaumbestand zu erfassen und die Sorten zu bestimmen. Bei den pomologischen Untersuchungen wurden die verschiedenen Obstbaumarten mit einem Stammumfang von mindestens 60 cm in Brusthöhe kartiert. Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei einer großen Anzahl der Bäume um lokal vorkommende Sorten handelt, die sich für rauere Anbaugebiete eignen.

100 Obstbäume wurden ausgewählt und eine Baumschule mit der Veredelung und damit zum Erhalt der Sorte beauftragt. Mit jungen Trieben als Edelreisern wurde im Jahr 2015 die Veredelung vorgenommen. Die Bäume sind mittlerweile so weit herangewachsen, dass sie in der Baumschule ausgegraben und in Fatschenbrunn neu gepflanzt werden können.

Während ein Großteil der Bäume seinen neuen Platz auf den in der Flurneuordnung ausgewiesenen Ausgleichsflächen finden wird, stehen die anderen Obstbäume zur Pflanzung auf Privatflächen bei der Aktion „Mehr Grün durch ländliche Entwicklung“ zur Verfügung.
Zur Auftaktveranstaltung haben der Bürgermeister, die Vorstandsmitglieder der Teilnehmergemeinschaft, die Leiterin des Sachgebietes Landespflege am Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken sowie der Seniorchef der Baumschule die ersten drei dieser veredelten Bäume gemeinsam gepflanzt. Auch interessierte Ortsbürger ließen sich dieses Ereignis nicht entgehen. Im Anschluss an die Baumpflanzung bot sich die Gelegenheit zum Austausch und um weitere Maßnahmen zum Erhalt der Fatschenbrunner Kulturlandschaft zu besprechen.
Pflanzung eines Birnbaums durch Bürgermeister Thomas Sechser, Dorit Bollmann und Reiner Väth vom Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken, Vorstandsmitglieder der Teilnehmergemeinschaft Fatschenburnn und einen Nachwuchshelfer. Zwei Vorstandsmitglieder halten den Baum während die übrigen Helfer, das Pflanzloch zuschaufeln

Sabine Weinbeer

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