Getreide

Langenisarhofen
Wohnen und Arbeiten ist im denkmalgeschützten Tagwerkerhaus mit Schilfeindeckung wieder möglich

Mit der substanzerhaltenden Sanierung des denkmalgeschützten Tagwerkerhauses aus dem Jahre 1801 konnte eines der letzten kleinbäuerlichen Wohnstallhäuser Niederbayerns der Nachwelt erhalten werden. Das für zwei Familien konzipierte Gebäude liegt am westlichen Ortseingang und wird aufgrund des imposanten Schilfdaches als weithin sichtbares Wiedererkennungsmerkmal des Ortes wahrgenommen.

Nach langem Leerstand wurden zuerst die massiven Schäden an den Fundamenten behoben. Die Blockbauwände wurden saniert und innen mit Schilfrohr und Lehmverputz gedämmt. Dabei wurde eine mit Pellets betriebene Wandheizung integriert.

Die leichte Dimensionierung des Dachstuhls konnte ohne Verstärkungsmaßnahmen an den Bestandsquerschnitten erhalten werden. Konstruktiv notwendige zusätzliche Sparren verschwinden in der neuen Dämmebene. Einzigartig ist die Wiederherstellung der ursprünglichen Roggenstrohdeckung mit den technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit als Schilfdach.

Zur Verbesserung der Wohnqualität benötigt das Dachgeschoß Licht. Dazu wird die für das „ norddeutsche“ Schilfdach bewährte Form der Fledermausgaube verwendet, die allerdings für die regionale Hauslandschaft untypisch ist. Der Umbau des Wirtschaftsteils im Erdgeschoß in ein Büro mit Eingang über das alte Stadeltor entspricht der früheren Nutzung mit Wohnen und Arbeiten unter einem Dach.
Bauherren: Helga Grundner, Langenisarhofen
Architekt: Architekturbüro Norbert Paukner, Passau
Dorferneuerung Moos, Lkr. Deggendorf