Dorferneuerung
Schutz vor Überflutungen bei Starkregen

Amtsleiter und Bürgermeister bei der Übergabe der Einleitungsurkunde.Zoombild vorhanden

Foto: Lucia Pirkl

(21. November 2023) Mallmersdorf - Wassermassen und abgeschwemmter Boden auf den Straßen, überlastetes Kanalsystem, überflutete Keller: Immer wieder haben die Bürgerinnen und Bürger in Mallmersdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Train, mit den Auswirkungen von Starkregenereignissen zu kämpfen. Um die Probleme abzumildern, werden mehrere Regenrückhaltebecken instandgesetzt und ein neues errichtet. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern fördert die Maßnahme in der einfachen Dorferneuerung (eDE) Train-Mallmersdorf im Rahmen der Initiative „boden:ständig“. Jetzt wurde die Einleitungsurkunde offiziell von Amtsleiter Hans-Peter Schmucker an Bürgermeister Gerhard Zeitler übergeben.

Wetterextreme führen zunehmend zu kleinräumigen unkalkulierbaren Starkregenereignissen. Gleichzeitig kommt es immer häufiger zu anhaltender Trockenheit, so dass Wasser für Pflanzen knapp wird. Konsequenzen daraus sind der Verlust wertvollen Ackerbodens, Überflutungen, Stoffeinträge in Gräben und Gewässern sowie Dürreschäden. Diese aktuellen klimatischen Veränderungen mit zunehmenden Starkregenereignissen und Trockenphasen erfordern daher Anpassungen der Flurgestaltung und Bodennutzung. Deshalb hat die Verwaltung für Ländliche Entwicklung 2017 die Initiative „boden:ständig“ zum Erhalt lebendiger Böden und zur abflussbremsenden Flurgestaltung gestartet, in der Gemeinden, Landwirte und Behörden gemeinsam aktiv sind.

Auch der Ortsteil Mallmersdorf der Gemeinde Train war und ist von diesen Unwetterereignissen betroffen. Die Böden auf den umliegenden Hängen sind stark erosionsanfällig. So kommt es dort bei Starkregen auf den Äckern und Hopfengärten häufig zu erheblichen Bodenabschwemmungen, welche Schäden in der Ortschaft verursachen. Um diese zu minimieren, haben sich bereits im Frühsommer 2017 Bürger aus Mallmersdorf zu einem aktiven Arbeitskreis boden:ständig zusammengeschlossen. Gemeinsam mit der fachlichen Projektbegleitung durch den Landschaftspflegeverband Kelheim (VÖF), dem AELF Abensberg-Landshut, der Gemeinde Train und den Landwirten wurden konkrete Maßnahmen erarbeitet. Diese gilt es nun umzusetzen.

Wie bedeutsam Projekte wie dieses in Mallmersdorf sind, bekräftigte Amtsleiter Hans-Peter Schmucker bei der Urkundenübergabe. Künftig werde es jedoch aufgrund der von der Bundesregierung geplanten Kürzungen im Bereich der Ländlichen Entwicklung schwierig werden, solche Maßnahmen zu finanzieren, befürchtet der Amtsleiter. Das ALE Niederbayern werde wahrscheinlich über 40 Prozent seiner bisherigen Fördermittel verlieren und anstelle von 22,7 Millionen Euro im Jahr 2022 ab dem Jahr 2024 nur noch 12,7 Millionen Euro zur Verfügung haben. „Eigentlich dürften wir unter diesen Bedingungen überhaupt nichts Neues mehr einleiten, um die laufenden rund 450 Projekte in Niederbayern in angemessener Zeit ausfinanzieren zu können“, machte Schmucker seinem Ärger Luft. Für Train gibt es dennoch keinen Grund, an der Unterstützung durch das ALE Niederbayern zu zweifeln: „Wir lassen unsere Kommunen mit ihren Problemen nicht im Stich“, versicherte Schmucker. „Dennoch wird es für uns in Anbetracht der geplanten Fördermittelkürzungen immer schwieriger werden, den Kommunen zeitnah zu deren Anträgen Hilfestellung leisten zu können.“

Geplant sind neben einer erosionsmindernden Bewirtschaftung der Flächen auch bauliche Maßnahmen. „So werden die beiden bestehenden Rückhaltebecken nordöstlich von Mallmersdorf wieder ertüchtigt und weiter Richtung Oberumelsdorf ein neues errichtet. Der im Taltiefpunkt verlaufende Weg wird befestigt, um wiederholt aufgetretene Ausspülungen auch nach relativ normalen Regenereignissen in Zukunft zu vermeiden“, berichtet Dr. Christian Thurmaier vom ALE Niederbayern, der das Projekt betreut. Er freute sich, dass nach langer Planungszeit nun die eDE gestartet wird: „Durch den Einsatz dieses sehr flexiblen und effizienten Instruments der einfachen Dorferneuerung können wir gerade kleinen Gemeinden maßgeschneiderte Lösungen anbieten und schnell auf aktuelle Bedürfnisse reagieren.“

Bürgermeister Zeitler bedankte sich bei Amtsleiter Schmucker für die Unterstützung durch das ALE Niederbayern. „Dank dieser Maßnahmen ist Mallmersdorf für die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Klimaänderung besser gerüstet. Der Schutz vor Überflutungen wird erheblich verbessert, die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger steigt dadurch enorm.“