Nachwachsende Rohstoffe

Nachwachsende Rohstoffe sind organische Rohstoffe, die aus land- und forstwirtschaftlicher Erzeugung stammen und einer stofflichen oder energetischen Nutzung zugeführt werden.

In Bayern werden auf rund 450.000 ha Nachwachsende Rohstoffe angebaut; für Biogas rund 335.000 ha, für Biokraftstoffe 99.000 ha und für stoffliche Nutzung 40.000 ha. Dies entspricht rund 13 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Bayerns.

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Mitteilungen

Online-Veranstaltungsreihe im April 2021
Green Deal – Zukunft gemeinsam gestalten

Ministerin im Gespräch mit zwei Personen

Die Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union lädt gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und dem Technologie- und Förderzentrum in Straubing zu drei Lunchtime-Briefings ein. Im Fokus stehen Green Deal und "Neues Europäisches Bauhaus". Die drei vom Europäischen Rat vorgeschlagenen Kernthemen Klimawandel, Biodiversität und Bioökonomie sollen vertieft und mit Politik, Wissenschaft und Praxis diskutiert werden.  Mehr

Demonstrationsanbau in Oberfranken
Silphie – Energiepflanze mit Zukunft

Die Durchwachsene Silphie ist eine in Nordamerika beheimatete Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler.

Die Nördliche Frankenalb ist bekannt für die größten Grundwasservorräte Nordbayerns. Diese sind nicht nur in Zeiten des Klimawandels besonders schutzbedürftig. Eine Kulturpflanze wie die Durchwachsene Silphie kann hier ihre Stärken ausspielen, gilt sie doch als umweltverträglich und ertragreich. Somit könnte sie für die Biogasanlagen in der Region als Ergänzung zu anderen Biogaskulturen dienen. In einem gemeinsamen Projekt haben Landwirtschafts- und Umweltministerium sowie die Regierung von Oberfranken im Jahr 2017 deshalb das Ziel ausgegeben, 100 Hektar Silphie in der Projektregion Nördliche Frankenalb zu etablieren. Readspeaker-Icon - ein Klick aktiviert die Vorlesefunktion

Durchwachsene Silphie (TFZ) Externer Link

Beitrag zum Klimaschutz
Steuerentlastung für reine Bio-Kraftstoffe bleibt erhalten

Traktor mit Rapsölkraftstoff - Bio-Kraftstoffe (Foto: TFZ)

Gute Nachricht für alle Land- und Forstwirte, die für ihre betriebliche Arbeit Traktoren und Arbeitsmaschinen mit Bio-Kraftstoffen einsetzen:
Für sie bleibt die Steuerermäßigung für reine Bio-Kraftstoffe in Höhe von 45 Cent je Liter bis Ende 2021 erhalten. Die Notifizierung des Energiesteuergesetzes § 57 wurde um ein weiteres Jahr verlängert. Die EU-Kommission hat beihilferechtlicher Prüfung die entsprechende Regelung im Energiesteuergesetz akzeptiert. Damit werden nicht nur die landwirtschaftlichen Betriebe, sondern auch die Umwelt und unser Klima entlastet.  Readspeaker-Icon - ein Klick aktiviert die Vorlesefunktion

Mehr zur Steuerentlastung für reine Bio-Kraftstoffe
Im Vergleich zu fossilem Diesel lassen sich mit reinem Bio-Kraftstoff bis zu 77 Prozent der Treibhausgase einsparen. Biokraftstoffe leisten einen aktiven und relevanten Beitrag zum Klimaschutz. Zudem sind Bio-Kraftstoffe deutlich weniger wassergefährdend als fossile Kraftstoffe – ein Vorteil, der gerade für Land- und Forstwirte wichtig ist. Daneben entstehen bei der Bio-Kraftstoff-Herstellung wichtige Koppelprodukte wie etwa Rapspresskuchen. Diese dienen als hochwertige, eiweißhaltige Futtermittel und sind ein wesentlicher Baustein der bayerischen Eiweißstrategie. Der Freistaat hatte sich aus all diesen Gründen mit Nachdruck für die Fortführung der Regelung eingesetzt.

In Anbetracht der Äußerungen der Kommission bleibt abzuwarten, wie das Beihilferecht, das die Grundlage für die Steuerermäßigung für reine Bio-Kraftstoffe in der Land- und Forstwirtschaft ist, in den kommenden Jahren ausgestaltet wird. In der "Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität" äußert sich die Kommission klar dahingehend, dass zukünftig Förderungen für fossile Kraftstoffe beendet werden sollen. Das könnte zu einer Chance für die heimische Biokraftstofferzeugung und -nutzung werden.

Schwerpunkte

Bioökonomie

Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern - Teaser

Am 23.11.2020 wurde die Bayerische Bioökonomiestrategie vorgestellt. Die Basis vieler Produkte stellen nachwachsende Rohstoffe aus dem Wald und vom Acker. Die Bioökonomiestrategie Bayern soll helfen, mit neuen Erkenntnissen aus Forschung und Entwicklung den Weg zu einer Transformation der bayerischen Wirtschaft und Gesellschaft hin zu mehr Klimaschutz zu gestalten. Die Bioökonomiestrategie wurde in enger Abstimmung mit dem Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern, der Interministeriellen Arbeitsgruppe Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie und den bayerischen Clustern erarbeitet. Readspeaker-Icon - ein Klick aktiviert die Vorlesefunktion Mehr

Stoffliche Nutzung

Kartoffelblüten

Die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe umfasst die Herstellung von technischen Ölen, chemischen Grundstoffen, Textilien und Fasern oder auch Biokunststoffen. Insgesamt werden in Bayern auf 40.000 ha Fläche landwirtschaftliche Rohstoffe für die Industrie erzeugt. Ein Großteil entfällt auf die Herstellung technischer Öle aus Raps, Sonnenblumen und Leinsaat. Ein weiterer bedeutender Anteil entfällt auf die Stärkeproduktion mit Schwerpunkt im Kartoffelanbau. Readspeaker-Icon - ein Klick aktiviert die Vorlesefunktion Mehr

Energetische Nutzung

Eine Biogasanlage mit Traktor davor

Mehr als die Hälfte der in Deutschland bereitgestellten Energie aus erneuerbaren Energiequellen stammte 2019 aus Bioenergie. Bioenergie ist in Deutschland mit einer Treibhausgasvermeidung von mehr als 66 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent unverzichtbar für den Klimaschutz. Der Vorteil energetischer Nutzung von Biomasse gegenüber anderen erneuerbaren Energieträgern ist die Umwandlung von Sonnenenergie in energiereiche, organische Verbindungen die zwischengelagert und gespeichert werden können. Kohlendioxid, das bei deren Verbrennung entsteht, wurde vorher im Pflanzenwachstum der Atmosphäre entzogen. Readspeaker-Icon - ein Klick aktiviert die Vorlesefunktion Mehr

Forschung bei Nachwachsenden Rohstoffen

Die Malve, eine Pflanzenart für Wildpflanzenmischungen bietet Nektar und Pollen für Honigbienen und Insekten sowie Lebensraum für Wildtiere. Bild: LWG Veitshöchheim

Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung bei Nachwachsenden Rohstoffen helfen dabei, die Zukunft der Landwirtschaft in Bayern zu sichern. Der Einsatz von Wildpflanzenmischungen oder die Prüfung von Amarantlinien zur Biogasgewinnung sind Beispiele dafür wie durch praxisnahe Forschung die Vielfalt auf den Äckern erhöht und unsere Energieversorgung gesichert wird. Readspeaker-Icon - ein Klick aktiviert die Vorlesefunktion Mehr

Unsere Partner

Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe mit Link Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerk e.V. (C.A.R.M.E.N) mit Link Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe mit Link Biogas Forum Bayern

Aus anderen Rubriken

Agrarpolitik
Klimaschutz und Anpassung

Der Klimawandel beeinflusst ganz erheblich die Natur sowie die Lebens- und Produktionsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft. Mit unserer Agrar- und Forstpolitik tragen wir aktiv zur Anpassung an den Klimawandel bei. Mehr

Förderung
Förderwegweiser

Der Förderwegweiser bietet einen aktuellen Überblick über Voraussetzungen sowie Umfang und Form der einzelnen Fördermaßnahmen. Für die Förderung von Biomasseheizwerken, Demonstrations-, Forschungs- und Entwicklungsvorhaben ist das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing zuständig. Mehr

Berufsbildung
Fachagrarwirt(in) Erneuerbare Energien - Biomasse

Die Fortbildung Fachagrarwirt(in) Erneuerbare Energien – Biomasse ist eine Zusatzqualifikation für Fachkräfte, die im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig werden wollen. Mehr